Technische Universität Dortmund
Fakultät Rehabilitationswissenschaften RuP bei Blindheit und Sehbehinderung
Prof. Dr. Renate Walthes
Emil-Figge Str. 50
44227 Dortmund
Tel: 0231 - 755 4280
Fax: 0231 - 755 6219
Homepage: www.pro-vision-dortmund.de
Ziel der Weiterbildung zu cerebral bedingten Sehbeeinträchtigungen im Kindesalter ist es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Kompetenzen zu vermitteln, die es ihnen ermöglichen, mit einer spezifischen Fragesystematik und gestützt durch eine theoretische Basis die visuellen Strategien von Kindern zu beobachten und so zu verstehen, dass entsprechende Unterstützungsmaßnahmen entwickelt werden können.
Cerebral bedingte Sehbeeinträchtigungen werden gegenwärtig als häufigste Sehschädigungsform im Kindesalter benannt. In der pädagogischen wie medizinisch-therapeutischen Praxis stehen Fragen der Definition, der Abgrenzung und der Beurteilung im Vordergrund.
Bei cerebral bedingten Sehbeeinträchtigungen geht es jedoch weniger allein um die Festlegung einer Diagnose oder um die Klassifikation einer neuen Schädigungsform, als vielmehr um die Auseinandersetzung mit einem komplexen Bedingungsgefüge, in das verschiedene Faktoren eingebunden sind. Diese Faktoren beziehen sich mindestens auf vier Ebenen:
Die Kursgebührt beträgt € 1400 (inklusive Studienmaterialien, Kaffee und Pausengetränken).
Die Zahlung kann in Raten erfolgen.
1. Teilzahlung: € 500 bis zum 26. September 2011
2. Teilzahlung: € 500 bis zum 17. Oktober 2011
3. Teilzahlung: € 400 bis zum 07. November 2011
Wird cerebral bedingte Sehbeeinträchtigung als ein Fokus eigener Beobachtung und Untersuchung verstanden, ist die Kooperation mit anderen Fachgruppen unerlässlich. Hierbei besteht die erste Herausforderung darin, die unterschiedlichen Perspektiven und die Zugangsweisen anderer Fachgruppen kennen zu lernen. Eine Einführung in das Themenfeld und allgemeine Informationen zu cerebral bedingter Sehbeeinträchtigung sind Bestandteil dieses Moduls. Darüber hinaus werden zunächst der entsprechende Kenntnisstand und zentrale Fragen der Teilnehmenden erhoben, um die Inhalte der folgenden Module entsprechend ausrichten zu können.
Das Auge ist neurologisch gesehen in Relais, das die Lichtinformationen in die Sprache des Gehirns verwandelt. Nach der Umwandlung in elektrische Impulse beginnt der komplexe Prozess der Verarbeitung, Verknüpfung und Konstruktion visueller Information. Neurologische und neuropsychologische Grundlagen werden zu einem besseren Verständnis cerebral bedingter Sehbeeinträchtigung erarbeitet. Hinter den Begriffen Sehschädigung und visuelle Wahrnehmungsstörung stehen jeweils spezifische Konzepte. Welche wichtigen Unterscheidungen getroffen werden müssen um zu wissen, ob das visuelle System, eine Sehfunktion, funktionales Sehen oder visuelle Wahrnehmung im Fokus stehen und welche Konsequenzen sich daraus für die Betrachtung von Fähigkeiten und Schwierigkeiten des Kindes ergeben, sind Inhalte dieses Moduls.
In diesem Modul gibt es zwei verschiedene Angebote. Es bietet den Teilnehmenden, die in der Diagnostik visueller Funktionen wenig Erfahrung haben oder ihr Wissen auffrischen wollen, Grundlagen der Diagnostik und Beobachtung. Alternativ erhalten die Teilnehmenden, die umfangreiche berufliche Erfahrungen in der Diagnostik des Sehens haben, Gelegenheit, spezifische Fragen zu bearbeiten. Darüber hinaus wird die gemeinsame Arbeit an diagnostischen Aufgabenstellungen in diesem Modul Raum bekommen.
Es werden die vielfältigen Erscheinungsformen cerebral bedingter Sehbeeinträchtigung vorgestellt und der zirkuläre Prozess von Diagnostik und Unterstützung diskutiert. Welche Sehfunktionen beeinträchtigt sein können, welche Auswirkungen sie auf die Entwicklung der Visualität haben und welche Bedeutung diese Prozesse für die aktuelle visuelle Strategie des Kindes haben, ist zentraler Inhalt der Module 4 und 5. Die Komplexität des Verstehens und die Möglichkeiten und Grenzen einer Interpretation visueller Wahrnehmungsbedingungen werden anhand konkreter Fallbeispiele verdeutlicht.
Da sich der Forschungsstand in den Neurowissenschaften ständig verändert, ist es wichtig, aktuelle Studien zu kennen, um eigene Überlegungen kritisch reflektieren und weiterentwickeln zu können. Ausgewählte Erkenntnisse werden durch Gastwissenschaftler verschiedener Disziplinen vorgestellt und es wird den Teilnehmenden die Möglichkeit eröffnet, ihre Fragen in den Diskussionsprozess einzubringen. Der Gewinn des interdisziplinären Austauschs für die Weiterentwicklung der Fragestellungen in der beruflichen
Wie eine Zusammenführung der verschiedenen Erkenntnisse aus den bisherigen Modulen und der konkreten Untersuchungsergebnisse diagnostischer Verfahren in Ideen zur Unterstützung des Kindes münden können, ist die zentrale Frage hinter allen Bemühungen um die Diagnostik des Sehens. Mit konzeptionellen Überlegungen und im Einzelfall bewährten Strategien sollen Kontextveränderungen, Methoden und Angebote zusammengefasst und damit das Spektrum der Handlungsoptionen erweitert werden.
Welche Modelle der Zusammenarbeit gelebt werden oder initiiert werden können, welche Konsequenzen diese Kooperation für die Entwicklung von Unterstützungsmaßnahmen haben und welche sozialrechtlichen Fragen zu beachten sind, wird Gegenstand dieses Moduls sein. Für die Diskussion von Fragen, die sich im Verlauf der Weiterbildung entwickelt haben, wird Zeit zur Verfügung stehen.
Zur Vorbereitung und Evaluation der eigenen Arbeit werden Instrumente der Systematisierung (Entwicklung der Fragestellung, Gestaltung der Überprüfungssituation, Interpretation der Untersuchungsergebnisse, Unterstützungsmaßnahmen) vorgestellt und diskutiert.
Als Teilnehmer / Teilnehmerin erhalten Sie im Rahmen ihrer Prüfungsleistungen die Möglichkeit zur Supervision Ihres Vorgehens bei der Planung, Durchführung und Evaluation einer funktionalen Diagnostik des Sehens. Die Prüfungsleistung besteht in der Präsentation eines Diagnostikprozesses
Bei erfolgreich abgeschlossener Prüfung erhalten Sie das Zertifikat „Pädagogisch-funktionale Diagnostik bei cerebral bedingter Sehbeeinträchtigung im Kindesalter“ der Technischen Universität Dortmund.